Tipps für eine erfolgreiche Vorbereitung auf die Approbationsprüfung der psychologischen Psychotherapeuten

Tipps für eine erfolgreiche Vorbereitung auf die Approbationsprüfung der psychologischen Psychotherapeuten

Im Frühjahr 2020 war es endlich so weit. Nach fünf Jahren Ausbildung stand die Abschlussprüfung vor der Tür. Die erste große Hürde war das Abgeben aller Berichte und Unterlagen vor Weihnachten. Die Berichte habe ich natürlich nicht parallel zu den Therapien geschrieben und so hatte ich im Dezember recht viel Schreibkram zu erledigen. Am Abgabetag (natürlich der letzt mögliche Termin vor Weihnachten) bin ich mit meinem Fahrradanhänger voller Papiere ins Institut gefahren und habe den ganzen Papierkram abgegeben. Das sah so aus, bestes Gefühl der Welt 🥳:

Über Weihnachten und Silvester habe ich frei gemacht und dann im Januar, drei Monate vor der Prüfungen, angefangen mich langsam mit den Prüfungsinhalten zu beschäftigen. Angefangen habe ich mit dem Kreuzen von Prüfungen mit unserer SIGGI App. Am Anfang ca. 30 Fragen pro Tag. Das hat mir ein Gefühl für die Prüfungsfragen und die wichtigen Themengebiete gegeben. Ab Ende Januar habe ich mich dann mit einer zunächst unbekannten Mitauszubildenen, mittlerweile guten Freundin (Prüfung verbindet!) einmal die Woche für ca. 2-3 Std. getroffen. Wir haben in der Woche immer ein Kapitel des Buchs „Repetitorium“ von Kandale & Rugenstein gelesen und dann bei unserem Treffen nachbesprochen. Ich habe bis ca. Mitte Februar also jeden Tag gekreuzt, am Wochenende ein Kapitel gelesen und mich einmal in der Woche zum Nachbesprechen getroffen. Einen Monat vor der Klausur hatte ich 10 Tage frei. An meinen freien Tagen habe ich das Kreuzen intensiviert. Ich habe pro Tag eine ganze Prüfung gekreuzt und alles was ich falsch hatte, nochmal im Repetitorium oder im Internet nachgelesen. Dadurch habe ich mein Wissen immer mehr vertieft und verknüpft. Die letzten zwei Prüfungen habe ich dann in „Realbedingungen“ als Paper-Pencil gekreuzt. Dazu habe ich mir auf der Seite des IMPP einen Musterantwortbogen runtergeladen. Da in den Prüfungen viele Fragen im Bereich ICD-10 kamen, habe ich mir noch meinen „Taschenführer zur ICD-10“ aufmerksam durchgelesen und wichtiges wie z. B. Zeitkriterien rausgeschrieben. Kriterien auswendig gelernt, habe ich nicht. Dann musste ich wieder arbeiten und habe mich in den letzten zwei Wochen vor der Prüfung, in der Woche aufs Kreuzen und evt. Nachschlagen und an den Wochenenden auf die Wiederholung vom Repetitorium und ICD-10 konzentriert. Ich habe mich gut vorbereitet gefühlt und mit genügend Snacks bin ich dann zur Prüfung gegangen. Die war dann auch gar nicht so schlimm. Bei einigen Fragen habe ich geraten, das war bei mir aber auch in der Vorbereitung so. Man kann nicht alles zu 100% Wissen. Wenn ich die Prüfung nochmal schreiben müsste (zum Glück nicht!), würde ich alles genauso machen, also mich aufs Kreuzen, Repetitorium, ICD-10 und Nachbesprechen mit einer Freundin konzentrieren. Für die Prüfung hätte ich mir allerdings Ohropax mitgenommen, ich fand es zum Teil recht laut.

6 Wochen später kamen die mündlichen Prüfungen. Hier hat man das meiste ja schon im Vorfeld, vor dem Abgeben der Reflektionen, erledigt. Hier hat mir das Buch „Praxisleitfaden Verhaltenstherapie: Störungsspezifische Strategien, Therapieindividualisierung, Patienteninformationen“ von Gall-Peters und Zarbock sehr geholfen. Ich hatte besonders mit der Makroanalyse meine Schwierigkeiten. Zu den Diagnosen meiner Prüfungspatienten habe ich mir die jeweiligen Kapitel im Buch durchgelesen. Dann habe ich die biografischen Informationen meiner Patienten mit den theoretischen Informationen im Buch zusammengebracht. So ist eine theoretisch gut fundierte und gleichzeitig individuelle Makroanalyse rausgekommen. Ohne das Buch wäre die Makroanalyse nicht halb so gut gewesen. Ansonsten habe ich mir selber und auch mit meinen Supervisoren Fragen zu meinen Fällen überlegt und diese recherschiert. Ich habe auch mit meiner Prüfungsgruppe geskyped und sind die Fälle nochmal durchgegangen und haben uns überlegt welche Themen die Prüfer fragen könnten. Ich habe mir besonders die verschiedenen Wellen der VT, Rahmenbedingungen der Psychotherapie (Kapitel im Repetitorium) und die S3-Leitlinien von den Diagnosen meiner Prüfungsfälle angeschaut. Ich habe mir außerdem eine Einleitung zu meinen Prüfungsfällen überlegt und diese laut geübt. Die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung fand ich deutlich nerviger, als auf die schriftliche. Gefühlt habe ich überall ein bisschen rumgestochert, wusste aber nie so richtig was ich lernen soll. Die Fragen in der Einzelprüfung waren dann zu anderen Themengebieten als erwartet, die Fragen aus der Gruppenprüfung waren jedoch überwiegend so wie im Vorfeld gedacht. Die Prüfer waren fordernd, aber nett und wohlwollend und ein „ich stehe gerade auf dem Schlauch“ war auch ok. Wenn ich die mündliche Prüfung nochmal machen müsste, hätte ich alles genauso gemacht. Die Gespräche mit der Prüfungsgruppe haben mich inhaltlich nicht so sehr weiter gebracht, aber es war total nett alle im Vorfeld besser kennen zulernen. So waren wir in der Prüfung eine eingespielte und rücksichtsvolle Gruppe! Ich habe mit einer eins bestanden. Ich gebe meine Note hier an, damit Ihr je nach Zielnote, Eure Vorbereitungen anpassen könnt.

Um 14:00 war dann alles vorbei und um 14:15 war ich dann gut angeschwipst und glücklich:

Wir wünschen Euch ganz viel Erfolg für die Vorbereitung! Es ist machbar und ihr schafft das! 🤞🏻

Liebe Grüße
Joanna